Galerie der Stadt Wels, Wels
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shift
„Shift“ benennt Liddy Scheffknecht ihre Personale in der Galerie der Stadt wels, und dieser Ausstellungstitel scheint Programm zu sein. Denn „shift“ bedeutet – ins Deutsche übertragen – Veränderung, Verlagerung, Verlegung, Verschiebung oder auch Verstellung. Im engeren Kontext der Fotografie bezeichnet „Shift“ den technischen Vorgang der Parallelverschiebung, also die Verschiebung des objektivs parallel zur Filmebene, um stürzende Linien im Bild zu vermeiden und die Konstruktion medialer Bildwirklichkeiten zu optimieren. Die Fotografie wiederum ist eines jener technischen Bildmedien, die Liddy Scheffknecht zentral in ihr multimedial angelegtes Œvre integriert, um wahrnehmungsbedingungen zu thematisieren und zu reflektieren. Dabei „shiftet“ – also verlagert/verlegt/verschiebt/verstellt – sie ebenso analytisch wie spielerisch die Grenzen zwischen statischem und bewegtem Bild, zwischen Fotografie und Film bzw. Fotografie und Video, analogen und digitalen Medien. In ihrem seit Jahren konsequent entwickelten Werk lotet die Künstlerin pointiert mediale wirklichkeitskonstruktionen aus, wobei Zeit und Raum ebenso wie Licht und Schatten zentrale Rollen spielen. - Gabriele Hofer-Hagenauer