Kunsthalle Recklinghausen
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Martin Dammann
Fremde Freunde
Die Kunsthalle Recklinghausen zeigt in der Ausstellung Fremde Freunde einen umfassenden Überblick über das Werk des in Friedrichshafen geborenen Künstlers Martin Dammann, der in Berlin lebt und arbeitet. Zu sehen sind rund 50 großformatige Aquarelle und Zeichnungen, sowie Fotografien und Videos. Für seine Gemälde greift Dammann auf Originalfotos und Filmausschnitte aus der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges zurück, die er zu einem Archiv zusammengetragen hat. Das Kriegsgeschehen selbst kommt in den von ihm ausgewählten Abbildungen oft nur am Rande, mehr als inhaltlicher, denn als sichtbarer Hintergrund vor. Vielmehr sind es, etwa in der Serie der Soldier Studies, die privaten Augenblicke und die Freizeitaktivitäten der Soldaten am Rande der Kampfhandlungen, die seine Aufmerksamkeit erregen.
Bei der Übertragung der Fotografien in die Technik der Aquarellmalerei verlieren die Fotografien ihre vermeintliche Eindeutigkeit. Die ästhetische Wirkung des Aquarells verklärt die belastete Wirklichkeit der Fotografie. Gesichter und Handlungen werden undeutlich und lösen sich in Leerstellen auf, Architektur und Landschaft verschwimmen zu abstrakten Farbflächen, zugleich werden unbelastete Motive durch bedeutungsgeladene Titel überlagert.
In seiner Kunst untersucht Martin Dammann das Verhältnis von medialer Berichterstattung und historischer Realität – von Fotografie, Malerei und abgebildeter Wirklichkeit.
Zu der Ausstellung erscheint ein gleichnamiger Katalog.