Guggenheim, Bilbao
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Richard Artschwager
Richard Artschwager
Diese Ausstellung bietet einen Überblick über das künstlerische Schaffen von Richard Artschwager (geb. 1923 in Washington, D.C. – gest. 2013 in Albany, USA), einem Künstler, der sich zwischen Malerei und Bildhauerei bewegte und unter Verwendung der neuen Alltagsmaterialien seiner Zeit eine einzigartige Formensprache entwickelte. Dieses ambitionierte Projekt, das vom weltbekannten Kurator Germano Celant konzipiert und gemeinsam vom Guggenheim-Museum Bilbao und dem MART – Museo di arte moderna e contemporanea di Trento e Rovereto organisiert wurde, umfasst fast 70 Werke sowie eine Auswahl selten gezeigter Archivdokumente.
Als offenes Labyrinth konzipiert, das die zentralen Kerne von Artschwagers Œuvre hervorhebt, zeigt die Ausstellung eine umfassende Auswahl an Gemälden und Skulpturen aus der Zeit der frühen 1960er Jahren bis zum frühen 21. Jahrhunderts: von seinen ersten Strukturen aus Holz und Resopal sowie Gemälden auf Celotex bis hin zu seinen Skulpturen aus Nylonborsten und Eckstücken, darunter Arbeiten aus Pferdehaar und sogenannte blps, die der Künstler ab 1968 schuf und entweder einzeln oder im stadtweiten Maßstab präsentierte. Artschwager, dessen Erfahrung als Tischler zu Beginn seiner Karriere prägend war, strebte stets nach einer Verschmelzung von Figuration und Abstraktion, künstlerischer Innovation und Design und versuchte auf ironische Weise, das Funktionale mit dem Nutzlosen zu verbinden.
Stilistisch behielt Artschwager bewusst eine charakteristische Ambivalenz bei und stellte damit den ikonografischen Dogmatismus von Strömungen (wie Pop Art und Minimal Art) in Frage, die sich als gegensätzlich verstanden. Anstatt einen Konflikt zwischen den Schulen zuzulassen, praktizierte er eine Synthese, die alle Elemente – so unterschiedlich sie auch sein mochten – einbezog und sie miteinander verband. „Was mich interessiert“, erklärte er, „ist vor allem die Trennlinie zwischen gewöhnlichen Dingen und denen, die wir als Kunstobjekte erkennen.“
Artschwagers Werk hinterfragt immer wieder Schein und Sein und wagt sich mit Witz und Intelligenz in die Bereiche der Ontologie, Erkenntnistheorie und Ästhetik vor. Es bietet uns eine feinfühlige und realistische, humorvolle und zugleich monumentale Interpretation der Welt.